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40 Jahre rollende Intensivstation für Babys

Kassel. Seit 40 Jahren rettet der Baby-Notarztwagen (Baby-NAW) zahlreichen Frühgeburten und Säuglingen das Leben. Insgesamt wurden seit 1976 rund 4.000 Einsätze in der Region Nordhessen und darüber hinaus abgeschlossen. Mit Überwachungsmonitor, Beatmungseinheit und Medikamenten ist der Notarztwagen bestens auf die besonderen Bedürfnisse der kleinsten Patienten abgestimmt.

Deutschlandweit ist der ASB mit dem Baby-NAW Vorreiter der eigens für Säuglinge konzipierten Transportmöglichkeit, die ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert wird. Bereits in den siebziger Jahren wurde die Entwicklung eines speziellen NAW angestoßen. Seitdem ist die Erfolgsgeschichte des Baby-NAW eng mit dem Klinikum Kassel verbunden.

Neben Fahrer und Beifahrer (Rettungsdienst-Mitarbeiter des ASB) sind ein Arzt und eine Krankenschwester der Kinderklinik des Klinikum Kassel an Bord, die eine spezielle intensivmedizinische Ausbildung und viel Erfahrung mit der Versorgung früh- und neugeborener Kinder haben. Dadurch wird seit Jahren ein schneller und sicherer Transport zur Intensivstation für Neugeborene im Klinikum Kassel gewährleistet.

Der maximal schonende Transport wird durch ein luftgefedertes Fahrzeug gewährleistet. Das Herzstück ist der moderne Intensivinkubator, in dem die Neugeborenen wohl temperiert mit Sauerstoff versorgt werden. Der vollständig ausgestattete Intensiv-Behandlungsplatz auf dem mobilen Tragegestell ist quer zur Fahrtrichtung gelagert und mittig im Fahrzeug platziert. Dadurch bekommt der Säugling im Inkubator die wenigsten Erschütterungen ab und kann gleichzeitig vom medizinischen Personal während der gesamten Fahrt behandelt werden.

Der speziell für diese Zwecke ausgestattete Mercedes Sprinter ist bereits die fünfte Fahrzeuggeneration und 187.000 Euro wert. Neben einer speziellen Geräuschdämmung und der Federung der Hinterachse ist auch der Behandlungstisch gefedert, um den Transport der kleinen Patienten noch störungs- und erschütterungsfreier zu gestalten. Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug über eine permanente 230 V-Versorgung für alle Intensiv-Gerätschaften. Außerdem stehen 10.000 Liter medizinischer Sauerstoff und 10.000 Liter Druckluft für das Beatmungsgerät zur Verfügung.

„Diesen hohen technischen Standard hat es nicht immer gegeben“, so Dr. Dirk Müller, Oberarzt und Leiter des Bereichs Neonatologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Kassel. Regelmäßig ist Dr. Müller bei Einsätzen dabei und erinnert sich an eine Fahrt, bei der eine Krankenschwester einen 28 Wochen alten Säugling während der gesamten Transportzeit im Inkubator auf Händen hielt, um ihn vor Erschütterungen zu schützen.

Im Verlauf der Zeit sind die neuen Fahrzeuggenerationen kontinuierlich größer und komfortabler geworden – auch die technische Ausstattung an Bord des Fahrzeuges ist stets auf dem neuesten Stand.

Neben der Technik haben sich vor allem die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten 40 Jahren rund um das Thema Geburt geändert und damit verbunden die Einsatzstruktur des Baby-NAW. Gab es vor 40 Jahren noch Hausgeburten, ist das heute die Ausnahme. Jetzt finden vermehrt Verlegungsfahrten aus dem Umland zur Kinderklinik am Klinikum Kassel statt. So sind Früh- und Neugeborenen-Transporte durch die vorgeburtliche Verlegung der Schwangeren in das Klinikum Kassel weniger geworden.

„Wir sind stolz auf den Einsatz des Baby-NAW, der speziell an die Bedürfnisse der jungen Erdenbürger angepasst ist und somit die ideale Transportmöglichkeit darstellt – denn Früh- und Neugeborene sind keine kleinen Erwachsenen“, sagt Philipp Brake, zweiter Vorsitzender des ASB-Regionalverbandes Kassel-Nordhessen.

Seit 40 Jahren ist der Baby-NAW an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr einsatzbereit und bietet auch über größere Entfernungen die schonendere Verlegung der empfindlichen Säuglinge als per Hubschrauber.

 
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