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News & Presseinformationen

Klinikum Kassel setzt modernste CT-Technologie ein

Neue Geräte reduzieren Strahlendosis und verkürzen Wartezeiten

Kassel

Bei vielen wichtigen und eiligen medizinischen Fragestellungen sind bildgebende Verfahren eine zuverlässige Entscheidungshilfe. Daher müssen sie präzise, schnell verfügbar und strahlungsarm sein. Täglich werden in der Radiologie des Klinikum Kassel über 250 Patient*innen untersucht. „Eine optimale medizinische Bildgebung ist für Behandlungsqualität und -geschwindigkeit essentiell. Die GNH investiert am Klinikum Kassel daher u.a. in CT-Technologie der neuesten Generation. Dabei optimieren wir auch unsere Abläufe, um z.B. Wege bei der Notfallversorgung zu verkürzen und geplante Termine schneller anbieten zu können“, sagt Dr. Michael Knapp, Vorstandsvorsitzender der GNH. Das Ausbau-Projekt wird im Rahmen einer Technologiepartnerschaft mit der Firma Philips im laufenden Betrieb ohne Einschränkungen des Angebots realisiert. Es wird voraussichtlich im Mai 2024 abgeschlossen und hat ein Gesamt-Investitionsvolumen von über 10 Millionen Euro.

Drei neue Computertomographen für die Krankenversorgung
In der aktuellen Ausbaustufe sind seit diesem Frühsommer zwei neue Computertomographen (CT) im Einsatz. Zusammen mit einem Spectral-CT, das seit Ende 2022 zusätzlich genutzt wird, bilden sie das neue Herzstück der radiologischen Versorgung im Klinikum Kassel. Die CT-Geräte reduzieren die Strahlendosis um mehr als die Hälfte im Vergleich zur Vorgängergeneration. Gleichzeitig wird weniger Kontrastmittel benötigt, was besonders für Nierenpatient*innen einen großen Vorteil darstellt. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Darstellung der Bilder wird die Bildqualität zusätzlich erhöht. Menschen mit Schmerzen beim Liegen oder Angst vor engen Räumen profitieren besonders von der schnellen Untersuchungsgeschwindigkeit und dem großen Innendurchmesser der Geräte.

Kurze Wege und bessere Bildqualität
Das neue Spectral-CT liegt Tür an Tür mit einem Schockraum der Notaufnahme im Klinikum Kassel. Alle Notfall-Patient*innen, die eine CT-Aufnahme benötigen, werden hier auf kürzestem Weg untersucht. Eine Besonderheit dieses CTs ist die namensgebende Spektralbildgebung, bei welcher die verschiedenen Spektren der Röntgenstrahlung permanent genutzt werden – ohne zusätzliche Einstellungen und bei gleichbleibend niedriger Strahlendosis. So werden Zusatzuntersuchungen eingespart und gleichzeitig wertvolle Informationen gewonnen.

Im Unterschied zu herkömmlichen Graustufenbildern können im Spectral-CT unterschiedliche Materialien farblich dargestellt werden, d. h. die Radiolog*innen können Aussagen zur Form und Dichte des Gewebes treffen sowie zur stofflichen Zusammensetzung. So können sie z. B. die Zusammensetzung von Nierensteinen oder Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken von Gichtpatient*innen erkennen. Außerdem können sie besser zwischen gut- und bösartigen Tumoren unterscheiden sowie Metastasen und Gefäßverschlüsse einfacher und zeitiger entdecken.

Schwerpunkt Herzerkrankungen
Besonders interessant ist der Einsatz des Spectral-CTs in der Diagnostik von Herzerkrankungen. Das Gerät ermöglicht eine blitzschnelle, bewegungsfreie und präzise Darstellung der Anatomie des Herzens und der Herzkranzgefäße. Die Bewegungen des schlagenden Herzens können Störungen (Artefakte) verursachen, die die Bildqualität beeinträchtigen. Aber auch wenn eine Prämedikation oder ein Atemanhaltemanöver nicht möglich ist, sind durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit und Auflösung des Spectral-CTs Untersuchungen gut durchführbar. Selbst bei Patient*innen mit hoher und unregelmäßiger Herzfrequenz liefert das System gestochen scharfe Bilder.

Verstärkung für das technische Radiologie-Team
Obwohl die Technik in der Radiologie eine zentrale Rolle spielt, geht auch hier nichts ohne ein hochspezialisiertes Team. Daher hat sich die Radiologie des Klinikum Kassel in den zurückliegenden Monaten um zehn medizinisch-technische Mitarbeiter*innen verstärkt. Die Wartezeit auf ambulante und elektive Termine wird sich durch den zusätzlichen Computertomographen und die Teamausweitung merklich verkürzen. Zur Erweiterung der bereits vorhandenen fachlichen Bandbreite in der Radiologie, haben zwei MTRA außerdem eine Weiterbildung zur „Fachkraft für kardiovaskuläre Bildgebung“ absolviert. So sind sie für die Durchführung nicht-invasiver Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems an den neuen CTs optimal qualifiziert.

Neuroradiologie – Door- -Door-Management
Im finalen Ausbauschritt bis Anfang 2024 werden die Wege für neurologische Patient*innen weiter verkürzt und auch hier weitere Kapazitäten geschaffen. In der Neuroradiologie wird ein „Door-to-Door-Management“ umgesetzt. Direkt neben dem mit einem Schockraum der Notaufnahme verbundenen neuen Spectral-CT wird eine Angiographieanlage der neuesten Generation installiert. So können beispielsweise Schlaganfall-Patient*innen, bei denen ein Thrombus entfernt werden muss, vom CT im Nebenraum direkt zum Eingriff. „Bei Schlaganfällen geht es um Minuten! Durch das neue Raumkonzept werden wir in der interventionellen Behandlung von Schlaganfällen ca. 20 bis 30 Minuten einsparen. Ein enormer Gewinn für die Patient*innen“, sagt der Chefarzt der diagnostischen und interventionellen Neuroradiologie Dr. Ralf Siekmann.